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Pfingsten wieder in der Kirche!

Ab dem Pfingstsonntag 31. Mai feiern wir unsere Gottesdienste wieder wie gewohnt in der Kirche und im Kirchgemeindehaus Kaliforni.

 

Anders als gewohnt werden die beschränkten Platzverhältnisse sein. Wir halten den Abstand von 2m ein (dh. 4m2 pro Person) und haben deshalb in der Kirche und im Kali viel weniger Plätze zur Verfügung. Ebenso müssen wir leider auf das Singen verzichten und es wird Präsenzlisten geben. Doch wir wollen uns darüber freuen, dass ein gemeinsames Feiern früher als erwartet wieder möglich ist.

 

Von daher ein herzliches Willkommen zum Pfingstgottesdienst in der Kirche Heimberg um 9.30 Uhr mit Pfrn. Silvia Zurbuchen.

 

Weil wir wieder zusammen vor Ort feiern können, werden wir deshalb in Zukunft auf das digitale "Wort zum Sonntag" verzichten. Die bisherigen Texte bleiben noch eine Weile auf der Homepage stehen.

 

So wünschen wir allen Gottes Segen und freuen uns aufs Wiedersehen.

Mit herzlichen Grüssen,

Ihr Pfarrteam

 

 

 

 

Musik zum Sonntag

Der frühere Organist der Stadtkirche Thun bietet von mitte März bis Ostern jeden Sonntag einen "Gottesdienst ohne Worte" an, eine Art musikalischer Ersatz für die ausfallenden Gottesdienste.

 

Wer Markus Aellig zuhören will, der der kann dies hier tun.

 

 

 

Sonntag 24. Mai - Exaudi (6. Sonntag nach Ostern)

Blumenwiese auf dem Friedhof Heimberg

So spricht Gott durch den Propheten Jeremia:
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen.

(Jeremia 29,13)

 


Die Gnade des Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit dir.


Wir sind umgeben von Gott, dem Lebendigen.
Wir sind geborgen in Gott, der Barmherzigen.
Wir sind getragen durch ihn, den Unfassbaren.
Gross ist das Geheimnis unseres Gottes.


Exaudi! Höre uns Gott! Schicke uns deinen Geist, der in uns die Liebe zu dir und einem Leben nach deinen Geboten wirkt.

Freudiges Staunen hat sich in mir breit gemacht, dass wir gerade an Pfingsten in unserer Kirche wieder Gottesdienst werden feiern können. Halleluja!


Eingangsgebet mit Sündenbekenntnis
(Reformierte Liturgie)

Gott des Himmels und der Erde!
Wir danken dir,
dass du mitten in der Zeit der Welt
diesen Tag für uns gemacht hast.
Wir danken dir,
dass du uns an ihm erinnerst,
wie freundlich du uns rufst
und wie du uns an der Ruhe teilgibst,
die Leib und Seele erfrischt.
Dein Wort hat die Welt geschaffen.
Mit deinem Wort erhältst du uns.
Von deinem Wort leben wir.

Vor dir breiten wir aus,
wodurch wir dich vergessen,
was uns erschreckt,
wo wir meinen, uns sei Unrecht geschehen
und wo wir Unrecht an anderen getan haben.

Lass uns Abstand gewinnen von dem,
was hinter uns liegt
und neues Vertrauen zu dir fassen.
Überströme uns mit deinem heiligen,
heilmachenden Geist.
Amen


Ein Lied zu Beginn – Dich rühmt der Morgen

Jörg Zink hat den Text geschrieben. Dieser kann nach der Melodie «In dir ist Freude» von Giovanni Giacomo Gastoldi (RG 652) gesungen werden.

Dich rühmt der Morgen. Leise verborgen singt die Schöpfung dir, Gott, ihr Lied.
Es will erklingen in allen Dingen und in allem, was heut geschieht.
Du füllst mit Freude der Erde Weite, gehst zu Geleite an unserer Seite,
bist wie der Tau um uns, wie Luft und Wind.
Sonnen erfüllen dir deinen Willen. Sie gehen und preisen mit ihren Kreisen der Weisheit Überfluss, aus dem sie sind.

Du hast das Leben allen gegeben, gib uns heute dein gutes Wort.
So geht dein Segen auf unsern Wegen, bis die Sonne sinkt, mit uns fort.
Du bist der Anfang, dem wir vertrauen, du bist das Ende, auf das wir schauen.
Was immer kommen mag, du bist uns nah.
Wir aber gehen, von dir gesehen, in dir geborgen durch Nacht und Morgen und singen ewig dir: Halleluja.


Psalmengebet
Psalm 27,1.7-14

Lesungen
Jeremia 31,31-34
1. Johannes 5,1-5
Johannes 17,1-11a


Die Zeit nach dieser Zeit

Von Kathrin Oxen

 

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Es kommt eine Zeit nach dieser Zeit. Und sie hat schon begonnen. Die Straßen füllen sich wieder mit Leben, auch die Restaurants haben geöffnet. Und wenn man erst wieder draußen sitzen kann, wird es fast so sein wie früher. Ein bisschen mehr Abstand halten und natürlich immer eine Maske in der Jackentasche haben. Was sie uns versprochen haben, hat jetzt begonnen. Es gibt noch Einschränkungen, aber in der Luft liegt ein Gefühl von Neuanfang.
Es kommt eine Zeit nach dieser Zeit. Das hatte Gott seinem Volk ausrichten lassen, als sie eingesperrt und isoliert waren. Nicht bloß in ihren Häusern und Wohnungen, sondern weit entfernt von ihrer Heimat, in einer ganz fremden Umgebung. Was Gott seinem Volk Israel hat ausrichten lassen, das höre ich heute, fast 3000 Jahre später, immer noch als ein Trostwort. Viele haben es zu mir gesagt und ich habe es mir manchmal auch selbst gesagt: Es wird vorbeigehen. Es kommen auch wieder andere Zeiten. Wenn man sie fast überstanden hat, sind selbst acht Wochen Isolation gar nicht mehr so lang, wie sie sich zwischendurch angefühlt haben. Und dann legen wir wieder los und alles wird wie vorher.
Gott lässt den Loslegern in seinem Volk aber auch noch etwas anderes ausrichten. Es kommt eine Zeit und sie soll anders sein als die Zeit vorher. „Ich will mit dem Hause Israel und dem Hause Juda einen neuen Bund schließen“, sagt Gott. Wir machen einen Neuanfang nach der Katastrophe. Aber wir machen bitte nicht weiter wie bisher. Gott hat da so seine Erfahrungen mit seinem Volk. Das mit dem Bund zwischen ihm und ihnen war gelegentlich eine etwas einseitige Sache. Sie haben sich nicht daran gehalten, an diese Tafeln mit den Geboten, auf denen in zehnfacher Variation nichts anderes stand als „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (Dtn 6,5).
Denn auch die Kraft, den Nächsten zu lieben, kommt aus der Kraft der Liebe zu Gott. Sie kommt aus dem gleichen Herzen und der gleichen Seele. Weil wir ganze Menschen sind. Es geht nicht, dass ein Teil von uns Gott von Herzen liebt und ein anderer Teil von uns sich nicht für den Nächsten interessiert.
Die Worte von vor 3000 Jahren sind ein Einspruch gewesen für all die Weitermacher und Losleger damals. Und sie sind es heute noch. Es muss sich etwas ändern. Es gibt kein „weiter wie vorher“. Eines haben uns die acht Wochen, die wir hinter uns haben, doch offenbart: Es ist an vielen Stellen zum Vorschein gekommen, wie es wirklich um die Liebe zu unseren Nächsten und damit auch um unsere Liebe zu Gott bestellt ist. Es hat überall auf der Welt vor allem die Armen und Schwachen besonders getroffen Und wo wird jetzt das Geld investiert, wo werden die finanziellen Rettungsschirme aufgespannt? Nicht für die schlecht bezahlten Pflegekräfte. Nicht für die Familien, in denen Kinder viel mehr Unterstützung brauchen, als ihre Eltern sie ihnen geben können. Und auch nicht für die Arbeiter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Großschlachtereien am Band stehen und in Sammelunterkünften leben, damit wir unser Fleisch besonders billig einkaufen können. Das alles war vor dieser Zeit schon da. Und es war falsch. Und jetzt kommt die Zeit danach - und wie wird es jetzt?
Gott macht sich nichts vor, nicht einmal im Blick auf die Menschen, die er sich als sein Volk ausgesucht hat, die er wie kleine Kinder an die Hand genommen und in die Freiheit geführt hat. Denn er hat uns nun einmal in die Freiheit geführt. Wir entscheiden selbst, was wir tun und was wir lassen.
Ob uns die Zeit unserer Gefangenschaft, unseres Eingesperrt-und-Eingeschränkt-Seins wirklich spürbar verändert hat? Die Herzen weicher geknetet, den Sinn neu und anders ausgerichtet? Sehen kann man es vielleicht daran: Ob wir aufhören, unsere Brüder und Schwestern lehren zu wollen, was sie zu tun haben, anstatt bei uns selbst anzufangen. Scheinbar seit fast 3000 Jahren ist das eine beliebte Ausweichstrategie. Aber es geht nicht um die anderen, es geht um uns.
„Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen meine Volk sein und ich will ihr Gott sein“. Gott ändert sich nicht. Der Inhalt des ersten ist auch der Inhalt des neuen Bunds. Aber ob wir Menschen uns ändern, uns etwas von dem, was wir erlebt haben, wirklich zu Herzen nehmen, einen neuen Sinn suchen, das wird sich zeigen. In der Zeit nach dieser Zeit.
Amen

 


Fürbittengebet und Unser Vater

Gott, du Verborgener und Gegenwärtiger
Ich bringe Dir meinen Dank, meine Gedanken, Sorgen und Nöte.
Ich bitte Dich: Erhöre mich und sei mir gnädig.

Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 


Ausklang
(Fenster öffnen) Einatmen. Ausatmen. Verbundenheit spüren. Miteinander. Mit Gott. Einatmen. Ausatmen. Und sprechen «Gott ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Gott ist mir nah.» Stille. Einatmen. Ausatmen. (Fenster schliessen)

 

 

 

 

 

 

Donnerstag 21. Mai - Auffahrt

"Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Matthäusevangelium 28,20b)

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit.
Amen

 

40 Tage nach Ostern feiern wir Auffahrt. Ein Tag, an dem der Auferstandene die Erde in Richtung Himmel verlassen hat - natürlich nicht ohne seine Jüngerinnen und Jünger auf diesen Tag vorzubereiten. Er hat ihnen deutlich gemacht, dass das Versprechen gilt, dass er immer bei ihnen sein wird. Einfach nicht in Person, sondern durch den Geist, durch den Tröster. Eine Verbundenheit im Geist - auch wenn sie von aussen nicht sichtbar ist. Diese Verbundenheit im Geist ist auch für uns heute gefragt, denn wir können noch nicht gemeinsam feiern, sondern jeder für sich zu Hause, auf dem Velo oder beim Spaziergang. Dabei sind wir verbunden durch die Geistkraft, die uns versprochen und geschenkt worden ist.

So werden wir nicht nur in Corona-Zeiten herausgefordert, neue Wege zu gehen und zu suchen, sondern auch sonst im Leben gibt es Zeiten des Abschieds und Neuanfangs. Zeiten, in denen vieles in Bewegung ist, von der Erde zum Himmel und umgekehrt. Zeiten, in denen wir vertrauen dürfen, dass wir in alledem nicht alleine sind, sondern der Auferstandene mit uns ist durch die Geistkraft.

 

 

Gebet

Wir beten zum Anfang mit Worten aus dem reformierten Gesangbuch von Klaus Peter Hertzsch aus dem Jahre 1989 (RG 843):

 

"Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land.

Vertraut den neuen Wegen
und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen
für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten
das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.

Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit."

 

 

Lesungen 

Apostelgeschichte 1,1-11
Epheser 1,17-23
Lukas 24,45-53

 

 

Ein paar Gedanken

Die heutigen Lesungen führen uns mitten in das Geschehen um die Auffahrt des Auferstandenen. Das lukanische Doppelwerk wird durch die Schilderung des Auffahrtsgeschehens verbunden, denn so wohl am Schluss des Lukasevangeliums wie auch am Anfang der Apostelgeschichte wird beschrieben, was eigentlich nicht zu beschreiben ist: die Auffahrt, ja die Rückkehr in den Himmel. Da ist das Versprechen, dass die Jüngerinnen und Jünger mit "der Kraft aus der Höhe" ausgerüstet werden sollen (Lk 24,49). Und da ist die Aufforderung, zu Zeugen des Auferstandenen zu werden (Apg 1,8).

Das Versprechen gilt auch uns heute, die wir in den letzten Wochen auf viele Kontakte verzichten mussten. Es gilt, dass wir nicht allein sind, sondern durch diese "Kraft aus der Höhe" miteinander verbunden sind - sei es durch das Telefon, durch Videoanrufe, durch Briefe und Karten oder auch durch Gedanken. Durch diese Kraft sind wir hier auf Erden untereinander, zugleich aber auch mit dem Himmlischen verbunden. Aus dieser Verbindung schöpfen wir Kraft, neuen Mut und Hoffnung. Wir dürfen diese Leichtigkeit, diesen Schwung der Auffahrt weitergeben und davon erzählen. Denn das Auffahrtsgeschehen ist nicht einfach etwas Historisches, sondern es hat Konsequenzen für unseren Alltag. Davon spricht die Lesung aus dem Epheserbrief, wo auf diese Kraft Gottes verwiesen wird (Eph 1,19). Die gilt es zu erkennen und sich darüber zu freuen. Das Auffahrtsgeschehen nicht einfach nur als Abschied, sondern auch als Neuanfang. Etwas, das Schwung in unser Leben bringt.

 

An wen denken wir heute besonders? Wem wollen wir etwas von unserem Erleben, von unseren kleinen Freuden des Alltags, von unserer persönlichen Auffahrtserfahrung weitergeben? Wo wollen wir Zeugen sein für das Gute, für das Schöne und die Verbindung zum Ewigen?

 

 

 

Fürbitten und Unser Vater

Guter Gott, wir bitten dich, schenke uns Gemeinschaft, die uns trägt und uns gleichzeitig frei macht für neue Erfahrungen. Gib du, dass dein Friede uns begleitet auf unseren Wegen. Mach du uns, dein wanderndes Volk auf Erden, stark im Glauben, mutig in der Hoffnung und erfüllt in der Liebe. Lass uns erleben, dass du immer gegenwärtig bist - auch in unseren Herzen.

 

So kommen wir mit unseren Gedanken und Anliegen vor dich.


Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

 

Segen

Gott, segne uns mit einer Ahnung des Himmels.

Segne uns mit der Liebe zu dieser Erde.

Segne uns mit einem Herz, das sich ganz nach dir sehnt.

Amen

 

 

 

 

Sonntag 17. Mai - Rogate (5. Sonntag nach Ostern)

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

 

Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

 


Gebet
Gott, zu dir komme ich mit meinem Gebet.
Dir kann ich anvertrauen, was mich bewegt.
Ich brauche keine großen Worte.
Du hörst mir zu.
Du verstehst mich.
Auch mein Schweigen.
Das tröstet mich und macht mir Mut.
Amen

 


Lesungen
2. Mose 32,7–14
Lk 11,5–13

 


Rogate - Bittet
Der heutige Sonntag ist der 5. Sonntag nach Ostern. Er trägt den lateinischen Namen „Rogate“, was „Bittet“ bedeutet. Der Sonntag Rogate ermutigt zum Gebet. Wir dürfen uns jederzeit an Gott wenden, ihn um etwas bitten, ihm unsere Sorgen klagen oder unsere Freude zeigen, und Gott wird sich durch unser Gebet bewegen lassen.
Die beiden Lesungstexte 2. Mose 32,7–14 und Lk 11,5–13 bringen dies je auf ihre Weise zum Ausdruck: Nach Moses Fürbitte empfand Gott „Reue“ und war nicht mehr zornig über das Volk Israel. Und die Geschichte vom bittenden Freund macht deutlich, dass wir im Gebet sogar unverschämt und drängend sein dürfen.
Bestimmt gehört auch dies zum Gebet: Gott den Vortritt lassen, sich in die Untätigkeit versetzen und Zeit nehmen. Und dabei zugeben: „Du, Gott, bist am Zug. Nicht ich halte die Welt in Bewegung. Du hältst mich. Du hast das Leben möglich gemacht und gesegnet. Was ich bin und habe und tue, verdanke ich dir.“
Oder zu rufen:
„Kommt, macht mit, wenn wir für Gott singen und jubeln, weil er uns in Liebe empfängt. Kommt, dankt mit, damit Gott uns sieht, wenn wir unsere Lieder singen und Psalmen beten. Unser Gott ist grösser als alles Denkbare. In seiner Hand liegt alles, das Kleine und das Große, die Blumen, die Körner, die Ameise, der Zaunkönig und die Berge, die Meere, die Planeten, das Universum.
Kommt, macht mit, wenn wir ihm das alles sagen und ihm zeigen, wie froh wir sind, seine Kinder zu sein. Unser Gott ist eben unser Gott, und wir gehören ihm, er behütet und bewacht unser Leben wie ein Hirte seine Herde.
Gott macht uns Mut, nicht nach rückwärts zu blicken und an Zeiten zu denken, wo ein ganzes Volk seinen Weg nicht mehr mitgehen wollte. Es waren Menschen, die sich den falschen Weg aussuchten, weil sie Gott nicht anerkennen wollen und nichts aus seinen Wundern lernen.

 

(Eine Interpretation von Psalm 95. Aus Peter Spangenberg: Höre meine Stimme. Die Psalmen)

 


Fürbittengebet und Unser Vater
Gott, in der Stille suche ich dich.
Du verstehst meine Gedanken von ferne.

Stille

Gott, ich bete für alle, denen es schwerfällt,
mit dir zu reden,
für alle, die Zweifel haben und viele Fragen.

 


Gott, in der Stille suche ich dich.
Du verstehst meine Gedanken von ferne.

Stille

Gott, ich bete für alle, die Schwierigkeiten haben,
dein Wort aus den vielen Wörtern,
die auf uns einstürmen, herauszuhören,
für alle, die dich suchen.

 


Gott, in der Stille suche ich dich.
Du verstehst meine Gedanken von ferne.

Stille

Du bist da, Gott.
Du hörst uns zu.
Wir beten zu dir, wie es uns dein Sohn Jesus Christus gelehrt hat:

 


Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 


Segen
Gott segne dir die Erde, auf der du stehst.
Er segne dir den Weg, den du gehst.
Er segne dir das Ziel, für das du lebst.
Die EWIGE segne dich auch, wenn du rastest.
Sie segne dir, was dein Wille sucht,
Sie segne dir, was deine Liebe braucht,
Sie segne dir, worauf deine Hoffnung ruht.

 

 

 

Sonntag 10. Mai – Kantate (4. Sonntag nach Ostern)

Singt dem HERRN ein neues Lied,
denn er hat Wunder vollbracht!  (Psalm 98,1)

 

 

Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.


Singt mit den Sternen,
rühmt mit den Menschen,
lobt mit den Engeln!
Denn Gott ist bei euch.


Kantate – Singt
Singt zum Lob Gottes, weil Gott gerecht und heilig ist!

Wohl nichts verbindet Menschen so sehr miteinander als ihre gemeinsamen Lieder. Das Singen im Gottesdienst ist auch ein Ausdruck unserer Verbundenheit als Gemeinde Jesu Christi. Auf das Singen in Gruppen – im Kirchenchor – müssen wir seit Wochen verzichten. Singen hat einen grösseren Radius als das Sprechen. Dies ist in dieser Zeit gefährlich, weil durch das Singen auch mehr Viren verbreitet werden als beim Sprechen.
Doch nun sind erste Lockerungen des Corona-Ausnahmezustandes vollzogen, weitere sind in Sicht. Ob wir im Juni nach Wochen des unfreiwilligen Verzichts wieder gemeinsam Gottesdienste werden feiern können? Ob wir nach so langer Zeit ohne gemeinsames Singen und Beten zusammenkommen werden, um Gott zu loben und sein Wort zu hören? Uns der Gegenwart Gottes vergewissern wie der Mystiker Gerhard Tersteegen vor beinahe 300 Jahren das, was er im Gottesdienst erlebte, so in Worte gefasst hat:

Gott ist gegenwärtig.
Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte.
Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder;
gebt das Herz ihm wieder. RG 162,1


Keinen Zweifel lässt er an den Worten Jesu, die uns der Evangelist Matthäus überliefert: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18,20

Wir ersehnen, wünschen uns, dass Gott in unserer Mitte gegenwärtig ist, wenn wir in seinem Namen miteinander Gottesdienst feiern. Dass wir ihn durch ein Wort, das uns anspricht, hören können. Dass wir sie durch ein zartes Lüftchen, welches uns sanft streichelt, spüren können. Dass und wie Gott sich erfahren lässt, darüber jedoch verfügen wir nicht.

Wenn wir heute am Sonntag Kantate nicht von Angesicht zu Angesicht zusammen singen, dann können wir es nichts desto trotz allein aus lauter Kehle oder in unseren Herzen gleichwohl tun.

Gebet

Gott
Vor dir sein wie ich bin
Dir singen, leise oder laut,
fröhlich oder mit belegter Stimme.
Lass zur Ruhe kommen, was mich beschäftigt und aufwühlt und lass mich eintauchen in deine heilsame Nähe.
Lass mich deine Liebe spüren als Grundton meines Lebens.
Lass mich meine Melodie finden, dass ich dir singe mit Herz und Mund.


Psalmengebet

Psalm 98


Lesungen

Jesaja 12,1-6 oder Apostelgeschichte 10,34-43
1. Johannes 1,5-10
Johannes 14,8-14


Klänge und Töne
Musik ist wie Beten: Atmen der Seele


Auf den heutigen Sonntag hin begegnete mir ein Text der vor einigen Jahren verstorbenen Theologieprofessorin Luise Schottroff. Sie lässt uns darin teilhaben, wie Klänge und Töne ihr in schwersten Lebenswassern zum Rettungsanker und Hoffnungszeichen geworden sind. Sie schreibt:
„Auch das verletzte Leben ist Leben voller Gesang. Ich habe ein Glück kennengelernt, das mich zum Singen gebracht hat – mitten in Erfahrungen der Nähe des Todes. Krankenhaus, Narkosen und Operationen, Schmerzen und Angst waren meine Welt geworden. Noch in den Narkoseträumen traf mich die Diagnose Krebs. Ich hatte Krebs vorher gefürchtet – wie wir alle. Ich hatte – wie wir alle – gedacht: Mich wird es schon nicht treffen. Nun hatte es mich getroffen. Dann kam die Genesungszeit. Frühjahr. Ein wunderbar sonniger März und April ... Ich hatte auf einmal ganz andere Augen. Die talmudischen Weisen haben gesagt: Lobt Gott mit allen Gliedern. Sie haben zweihundertachtundvierzig Glieder gezählt. Ich weiß jetzt, was sie meinen. Meine Augen sehen die Schönheit der Welt, wie Gott sie geschaffen hat.
(...)
Unsere jüdischen Geschwister haben gesagt: ‚Wenn ihr in Not kommt, dann sprecht nicht: Wir wollen einen Krieg fechten, sondern der Herr wird für euch streiten und ihr sollt singen.‘ Unsere Aufgabe ist es, zu singen, Gott zu loben und zu segnen … ‚Wenn ihr in Not kommt, sollt ihr singen.‘
Gotteslob als Alternative zum Krieg bedeutet aber nicht Passivität. Wenn ich mich meines Lebens freue und meine zweihundertachtundvierzig Glieder fangen zu singen an, dann wächst meine Kraft zur Klarheit, zur Hoffnung und zum Widerstand. Nicht Krieg und andere Herrschaftsstrategien, sondern Ruhe und Gesang sind Beginn der Arbeit für das Leben, die Gott von uns erwartet.“


(zitiert nach: Luise Schottroff: „Wenn ihr in Not kommt, sollt ihr singen“, aus: „Dorothee Sölle, Luise Schottroff; Den Himmel erden. Eine ökofeministische Annäherung an die Bibel“)


Fürbittengebet und Unser Vater


Persönliche Anliegen
Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 


Sendung und Segen

Dass Erde und Himmel dir blühen,
dass Freude sei grösser als Mühen,
dass Zeit auch für Wunder, für Wunder dir bleib
und Frieden für Seele und Leib!   RG 734, Kurt Rose

Die Weisheit Gottes erfülle deine Seele.
Die Barmherzigkeit Jesu öffne dich für die Liebe.
Der Geist Gottes schenke dir Lebendigkeit.
 

 

 

 

Sonntag 3. Mai - Jubilate

"Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht." (Psalm 36,10)

 

Im Namen Gottes,
des Vaters, von dem alles Leben herkommt,
des Sohnes, der Wahrheit, Weg und Leben ist,
des Heiligen Geistes, der uns Mut zum Leben macht.

 

 

Die letzten Wochen waren geprägt von diesem Virus, der für das menschliche Auge unsichtbar ist. Wir wissen noch viel zu wenig und versuchen uns einzufinden in eine neue Situation. Zuerst war da die Hoffnung, dass wir einfach durchhalten müssen und dann wird alles wieder gut in nützlicher Frist. Und nun, mit den ersten Lockerungen und den vielen Schutzkonzepten, da ahnen wir, dass dieser Virus uns wohl länger begleiten wird als uns lieb ist. Dass wir uns einfinden müssen in eine neue Realität. Eine Realität, in der physische Distanz grossgeschrieben wird und das neue Gebot der Nächstenliebe ist. Eine Realität, in der wir uns vielleicht trotz Distanz näher sind und einander bewusst begegnen - gerade in ganz anderen Formen. Eine Realität, in der wir nicht mehr mit der alten "Sicherheit" planen können und nicht so schnell wieder in der gewohnten Weise leben und feiern dürfen. Plötzlich merken wir, was uns wirklich wichtig ist im Leben, was zählt und was wir nun vielleicht auch schmerzhaft vermissen.

 

In all dem, was sich um uns herum verändert, in den fehlenden Routinen und in dem fehlenden Zusammensein als Gemeinde vor Gott, dem heute ausfallenden Familiengottesdienst mit Taufe, bleibt das bestehen, was verlässlich ist. Worte des Lebens, Worte des Lebendigen. In aller Veränderung tut es gut, sich an Worten des Lebens, an Worten des Glaubens zu orientieren. Worte aus einer anderen Zeit, die aber gerade auch mitten in unsere Zeit sprechen können.

 

 

Gebet

Wir beten mit Worten aus einem Hymnus aus dem 14. Jahrhundert (Kloster Rheinau):

 

"Herr,
sprich dein ewiges Wort in mich
und lass es mich hören.


Herr,
strahle dein Licht in mich
und lass es mich schauen.


Herr,
drücke dein Bild in mich
und lass es mich bewahren.


Herr,
wirke dein Werk in mir
und lass es mich stets
von Neuem empfangen.

Amen"

 

 

Lesungen

  

Jesaja 61,10-11 oder Apostelgeschichte 4,1-14
1. Johannes 1,1-4
Johannes 14,1-7

 

 

Ein paar Gedanken

Der heutige 3. Sonntag nach Ostern trägt den lateinischen Namen "Jubilate" was so viel heisst wie "jubelt" oder "jauchzt". Der Name leitet sich ab vom Anfang des Psalm 66, wo es heisst: "Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!". Lob in dieser Zeit? Dank und Lob für Gott?

Der erste Lesungstext aus dem Jeajabuch führt uns in dieses Loben und Jauchzen. Gerade auch in Zeiten wie diesen tut es gut, wenn wir singen können, wenn wir jauchzen und uns freuen können über das, was auch im Moment gut ist. Ich staune immer wieder wie unbeschwert kleine Kinder jauchzen können wenn sie etwas sehen, das sie freut und sie jubeln lässt - und seien es auch "nur" eine kleine Eidechse oder tanzende Blätter im Wind. Trotz allem Schweren und Schwierigen, allem Unsicheren und Unklaren, allen Fragen und Zweifeln gibt es Momente, in denen wir uns freuen und jubeln dürfen. Momente, die uns dankbar werden lassen. Momente, in denen wir vielleicht sogar Schönes oder Kostbares in dieser neuen Situation entdecken dürfen.

 

Damit ist nicht gemeint, dass wir verneinen müssten, was momentan passiert. Dass wir die schrecklichen Bilder aus aller Welt, die existentiellen Sorgen und Nöte von vielen einfach "wegjubilieren". Dass wir verneinen, dass es auch bei uns viele Menschen hart trifft und sie von Sorgen geplagt werden. Dass wir alle leiden unter der fehlenden direkten Begegnung mit Freunden und Familie.

 

Gemeint ist vielmehr, dass wir inmitten dieser schwierigen Situation unseren Blick lenken auf die Gemeinschaft mit Gott. Dass wir hören auf vertraute und neue Worte des Lebens (vgl. Lesung aus dem Johannesbrief). Dass wir dankbar sind für das, was wachsen und spriessen darf in dieser Zeit der Ungewissheit. Dass wir dankbar sind für den dringend nötigen Regen, den die Natur in den letzten Tagen bekommen hat. Mögen uns die Worte des Lebens neu beleben und erfrischen.

Mir sind im Laufe der vergangenen Wochen immer wieder die Worte aus der diesjährigen Jahreslosung begegnet. Es sind die Worte des verzweifelten Vaters aus dem Markusevangelium: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben!" (Markus 9,24). Was machen diese Worte mit Ihnen?

 

 

Fürbitten und Unser Vater

Guter Gott, auf der Suche nach dem Geist sind wir in deine Gegenwart gekommen. Auf der Suche nach dem Leben haben wir in dir die Fülle gefunden. Und doch erleben wir, dass uns die Begeisterung manchmal abhanden kommt und dass wir das Leben selbst manchmal aus dem Blick verlieren. Schenk du uns immer wieder von neuem deine Worte des Lebens, denn du bist das Leben selber und in dir finden wir den rechten Geist, der uns durch Höhen und Tiefen führt.

 

So kommen wir mit unseren Gedanken Anliegen vor dich und vertrauen darauf, dass du unsere Bitten hörst.

 

Guter Gott, wir bitten dich für alle, die im Moment wichtige Entscheide treffen. Schenk du Weisheit und Weitblick, dass sie nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Aspekte im Blick haben.

Wir bitten dich für alle, die krank sind, die traurig sind und unter Einsamkeit leiden.

Wir bitten dich für alle, die in ihrem Leben Leid und Not erfahren, dass sie die Hoffnung nicht verlieren.

Wir bitten dich immer wieder neu für deine Worte des Lebens.


Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

 

Segen

Gott, segne uns mit Freude an dem Geschenk des Lebens.
Segne uns mit der Erkenntnis, wie kostbar es in deinen Augen ist.
Segne uns mit deiner Liebe, in der wir das Leben finden.
Segne uns mit dem Leben in Fülle, mit dem du uns vollendest.

Amen

 

 

 

 

Sonntag 26. April - 2. Sonntag nach Ostern

Die Gnade des Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.     2 Kor 13,13


Jesus sprach: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt setzt sein Leben ein für die Schafe. Meine Schafe hören auf meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreissen.    Johannes 10,11.27.28

Gebet
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn.

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, Gott,
ein ganzer Tag,
ein neuer Tag, geschenkt von dir,
ein neuer Tag aus deiner Hand.
Was diesen Tag auch füllt:
Es ist ein Tag mit dir.
Lass mich deine Nähe spüren
und daraus Lebensfreude, Kraft und Trost schöpfen.


Lesungen
Der heutige Sonntag ist vom Motiv des guten Hirten geprägt. Er wird deshalb auch als Hirtensonntag bezeichnet. Dies spiegelt sich in den vom Pfarrverein vorgeschlagenen  Texten:

Hesekiel 34,11-16.23-24 oder Apostelgeschichte 3,12-26
1. Petrus 1,13-23
Johannes 10,1-10

 


Psalmlesung - Leben in der Gegenwart Gottes

Psalm 23
Ein Psalm Davids.
Der HERR ist mein Hirt, mir mangelt nichts,
er weidet mich auf grünen Auen.
Zur Ruhe am Wasser führt er mich,
neues Leben gibt er mir.
Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit
um seines Namens willen.
Wandere ich auch im finstern Tal,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich.
Du deckst mir den Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
übervoll ist mein Becher.
Güte und Gnade werden mir folgen
alle meine Tage,
und ich werde zurückkehren ins Haus des HERRN
mein Leben lang.

Alte und vertraute Worte sind dies. Menschen vor uns haben mit ihnen gebetet. Sie strahlen Geborgenheit aus, Hoffnung und Freude. Erzählen von Gotteserfahrung in Zeiten tiefster Verzweiflung, Zerrissenheit und Krisen. Der Psalmbeter drückt aus, wie sehr er spürt, dass der gute Hirt stets in seiner Nähe ist.
Wie vertraut ist Ihnen diese seine Erfahrung?

 


Gebet
Treuer Gott
In dir leben, weben und sind wir.
Wir danken dir, dass du uns behütest wie ein guter Hirt.
Kein Lebensweg verläuft gerade so wie wir uns das vorstellen.
In dieser Zeit erfahren wir das auf eine uns bisher unbekannte Art und Weise.
Du, unser Hirt, dich bitten wir für alle Menschen, die nichts von deiner Nähe spüren.
Zeige dich ihnen als der lebendige Gott.
Erbarme dich aller, die verzweifelt sind und zu resignieren drohen.
Hilf uns, dass wir da sein können für die Menschen, die uns brauchen.
Dass wir da sind für Kranke und Trauernde.
Dass wir Zeit und offene Ohren haben für Menschen in Not.
Dass wir mit unseren Händen zupacken, wo sie gebraucht werden.
Gib uns Kraft und Zuversicht, uns unseren Herausforderungen Tag für Tag zu stellen.

Persönliche Anliegen
Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 


Segen

Gottes Segen begleite euch in eure Tage
getragen durch Christus - mitten unter euch
verwandelt in Liebe durch den Heiligen Geist.
Amen

 

 

 

Sonntag 19. April - Quasimodogeniti

Gnade sei mit dir und Friede von Gott
Der Quelle unseres Lebens,
dem Grund unserer Hoffnung,
der Kraft unseres Wirkens.
Amen


Geahnt haben wir es wohl, dass wir weiterhin auf das gemeinsame Feiern in unserer Kirche werden verzichten müssen. Nicht nehmen kann uns das Coronavirus unsere Verbundenheit im Glauben auf Gottes Gegenwart, auf seine Wirkkraft in und unter uns.


Gebet (in eigenen Worten)

 


Lesungen
Psalm 116
Jesaja 40,26-31
Johannes 20,19-29


Abgesagt

Die Theologin und Autorin Jacqueline Keune lädt mit ihren Texten auf kath.ch zur Betrachtung ein.

Abgesagt
Haydn, Mozart und Schubert
dirigiert von Marek Janowski
Nicht abgesagt
das Cello im 3. Stock
das Lied der Amsel

 

Abgesagt
die Lesung des Literaten
Nicht abgesagt
das Lesen
des abendlichen Gedichts
die Geschichte für die Kinder

 

Abgesagt
die Tagung zum 40. Jahrestag
der Ermordung von Bischof Oscar Romero
Nicht abgesagt
die Erinnerung
der Widerstand

 

Abgesagt
der Traum von den Malediven
Nicht abgesagt
das Träumen von
der neuen Erde
dem neuen Himmel

 

Abgesagt
der Gottesdienst
Nicht abgesagt
das Flüstern
mit Gott

 

Abgesagt
der Blumenstrauss
auf dem Küchentisch
Nicht abgesagt
das Blühen und Bersten
das Keimen und Knospen

 

Abgesagt
die Hochzeit
Nicht abgesagt
die Liebe

 

Abgesagt
die Abdankung
Nicht abgesagt
die Auferstehung

 

 

Der Prophet Jesaja malt das Bild einer nicht endenden, göttlichen Kraft

Gründe für Hoffnungslosigkeit gibt es viele. «Wann wird es wieder besser?», fragen Menschen in Zeiten der Not, des Leids. Worte aus dem 40. Kapitel Jesaja erzählen, dass wir nicht allein aus uns selbst alles leisten müssen, sondern dass mit Gott Neuanfang möglich wird.

Blickt nach oben und seht: Wer hat diese (Sterne) geschaffen? Er, der ihr Heer hervortreten lässt, abgezählt, sie alle ruft er mit Namen herbei. Der Fülle an Kraft wegen, und weil er vor Kraft strotzt, geht kein Einziger verloren. Warum, Jakob, sagst du, und, Israel, warum sprichst du:
Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht entgeht meinem Gott? Hast du es nicht erkannt, hast du es nicht gehört: Ein ewiger Gott ist der HERR, der die Enden der Erde geschaffen hat! Er ermattet nicht und wird nicht müde, seine Einsicht ist unerforschlich. Dem Ermatteten gibt er Kraft, und wo keine Kraft ist, gibt er grosse Stärke. Und junge Männer ermatten und werden müde, Männer straucheln unvermeidlich. Die aber, die auf den HERRN hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Schwingen, sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und ermatten nicht.


Der Prophet Jesaja sprach diese Worte nicht zu einem einzelnen Menschen, sondern zu vielen. Zu denen des Volkes Israel, die ins babylonische Exil gewandert waren und ihre Müdigkeit darin besteht, dass sie die Hoffnung auf eine Rückkehr verloren haben. Er fordert sie auf, den Blick nach oben zu richten, auf Gottes Schöpfung zu schauen, seine Spuren zu entdecken. Erinnere dich, dass Gott mit dir war, dir die Kraft zum Aufstehen und Weitergehen zukommen liess. Erinnere dich, es gibt eine Kraft, die grösser ist als jede menschliche es je sein kann. Diese Kraft verleiht Flügel. Menschen kann Gottes Kraft so stark machen, dass sie sich gleich dem Adler beschwingt und kraftvoll fühlen. Der Vermutung, Gott habe sich zurückgezogen oder sei einfach alt und müde geworden, setzt der Prophet ewige Schöpfungskraft des Göttlichen entgegen. Sie ist unerschöpfliche Quelle menschlicher Kraft. Schwäche wandelt sich in Kraft, die Talsohle kann überwunden und neuer Mut gefasst werden. Aus tiefster Verzweiflung und Trostlosigkeit heraus neuen Mut fassen zu können, das erfuhren die Jüngerinnen und Jünger Jesu nach seinem Tod. Sie machten die Erfahrung, dass Gott auf der Seite Jesu steht, des Opfers. Nicht die römische Besatzungsmacht hat das letzte Wort. Auferstehung hiess für sie: Verzagtheit und Ausweglosigkeit, Entsetzen, Zorn und Wut verwandeln sich in einen Neuanfang. Lassen Sie uns zäh und beharrlich immer wieder an der Hoffnung festhalten, dass uns in schweren Lebenszeiten, mitten in Herzwehzeiten, Gott neue Kraft schenken wird.


Gebet

'Gott, stärke den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft'
Coronagebet von Sylvia Bukowski

 

Du, unser Gott,
was wir bisher weit weg von uns glaubten
hat uns erreicht:
ein Virus, das so bedrohlich ist,
dass es die gewohnte Ordnung im Land durcheinanderbringt
und unser Leben spürbar einschränkt.
Viele von uns haben Angst vor dem,
was noch werden kann.
Viele wissen nicht, wie sie schaffen sollen,
was nun verlangt ist.
Viele bangen um ihre wirtschaftliche Existenz.

 

Gott,
alles ist so ungewohnt,
und wir können nicht einmal mehr zusammenkommen,
um uns im Gottesdienst stärken zu lassen.

Wir denken an die Infizierten,
die in Quarantäne warten,
was auf sie zukommt:
Lass sie den Beistand erhalten,
den sie brauchen.
Wir bitten dich für die Erkrankten,
die um ihr Leben kämpfen müssen:
Halte deine Hand schützend über sie
und bewahre denen, die sie behandeln und die sie pflegen
ihre Kraft und Menschlichkeit.

Wie gut,
dass so Viele ihr Wissen einsetzen,
um das Virus zu bekämpfen:
Lass ihre Erkenntnisse allen Menschen zugutekommen,
und gib denen, die jetzt entscheiden müssen,
wie es weitergeht,
Weisheit, Mut und einen Blick für die,
deren Leben sich dadurch ändert.

 

Gott, stärke den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft,
weite unseren Blick für die,
die uns gerade jetzt brauchen,
und lass uns über die Sorge um das eigene Leben
nicht die vergessen,
die schlimmer dran sind,
die keine Hilfe erfahren,
die an den Grenzen Europas um ihr Überleben kämpfen.
Bring uns in dieser Krise zur Einsicht
für das, was im Leben wirklich zählt,
und weck in uns Kräfte zum Guten.

 

 

Persönliche Anliegen
Stille

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen


Sendung und apostolischer Segen
Ich sag es jedem, dass er lebt und auferstanden ist,
dass er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. (RG 484,1)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen.
    (2. Korintherbrief 13,13)
Amen

 

 

 

Ostersonntag, 12. April

Der Engel sagte:

"Fürchtet euch nicht! Denn ich weiss, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt, seht die Stelle, wo er gelegen hat."

Matthäusevangelium 28,5f

 

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Gebet

Guter Gott, auch wenn wir nicht gemeinsam in der Kirche feiern können, sind wir vor dir und wir sind in deinem Geist verbunden. Du kennst unsere Gedanken und Gefühle an diesem Ostermorgen und wir bringen vor dich, was und bewegt und beschäftigt.

Wir danken dir für deine Gegenwart, für deine Nähe auch in schwierigen Momenten, in der Dunkelheit des Lebens. Wir danken dir, dass du uns ins Licht führst, ins Osterlicht. Besonders auch an diesem Ostersonntag, wo alles ganz anders ist als erwartet.

Nimm uns mit in dein Leben, in die Welt, wie du sie siehst, reiss uns durch Angst und Sorge hinaus in dein Licht.

Amen

 

 

Lesungen

Psalm 118 - "ich werde nicht sterben, sondern leben..."

 

Johannes 20,1-18 - Frühmorgens am ersten Tag der Woche...

 

 

Gedanken

Die Auferstehung der Toten ist mit unserem Verstand schwer zu fassen. Und doch ist die Botschaft der Auferstehung etwas vom wichtigsten und zentralsten in unserem christlichen Glauben. Denn es ist der Sieg des Lebens über den Tod. Und damit verbunden ist auch ein Auftrag, wie es Kurt Marti sehr schön aufnimmt:

 

Ihr fragt
Wie ist
Die Auferstehung der Toten?
    Ich weiss es nicht.


Ihr fragt
gibt’s
Die Auferstehung der Toten?
    Ich weiss es nicht.


Ihr fragt
Wann ist
Die Auferstehung der Toten?
    Ich weiss es nicht.


Ich weiss
Nur
Wonach ihr nicht fragt:
    Die Auferstehung derer die leben


Ich weiss
Nur
Wozu Er uns ruft:
    Zur Auferstehung heute und jetzt

 

 

Gebet

Jesus Christus - du bist auferstanden. Mit dir zusammen auferstehen auch wir - zu neuem und ewigen Leben.
Immer wieder begegnest du uns - im Alltag und im Teilen von Brot und Wein.
Lass uns die Spuren deiner Gegenwart mitten unter uns erkennen
und schenk du, dass wir wieder neu für dich brennen und für das Geheimnis von deiner Auferstehung.
Gib du, dass wir diese Botschaft, diese gute Nachricht weitertragen und Zeuginnen und Zeugen von deiner Auferstehung mitten in der Welt sind.

 

Persönliche Anliegen

Stille

 

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

 

Sendung und Segen

"Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes." (Römer 15,13)

 

Wir gehen weiter mit Segensworten von Angelika Scholte-Reh:

 

Es ist Ostern!
Steht auf und geht den Weg,
den Gott euch leiten will!
Steht auf und vertraut,
dass Gottes Licht mit euch geht!

 

Es ist Ostern!
Die Botschaft von der Auferstehung
berühre euer Herz
und helfe euch,
die Steine von euren Herzen
Gott zu Füßen zu legen
und euer Herz
von Gottes lichter Liebe berühren zu lassen.

 

So segne euch der dreieinige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

 

 

 

Karfreitag, 10. April


Beginnen

Gottes Liebe sei mit Dir!
Amen

Wir gedenken des Todes Jesu am Kreuz.
Das Kreuz erinnert uns an die dunkle Seite des Lebens,
an das Bittere und Schmerzliche,
an Angst und Trauer,
an Einsamkeit und Verrat,
an Ungerechtigkeit und Lüge –
an alles Harte und Grausame,
an das, was wir Menschen anderen Menschen anzutun in der Lage sind.

So schreibt der Evangelist Johannes:
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. (Joh 3,16)

 


Karfreitag

Karfreitag – mit dem Tod Jesu ist dieser der Tag der Angst, des Todes, der Stille und der Trauer.
Karfreitag – Tag der Klage, der feucht schimmernden Augen, der Tränen und des Weinens.

Am Karfreitag darf geweint werden:
Über die eigenen ungelösten Fragen und schweren Erfahrungen und wie schwer es manchmal ist, zu lieben.
Über jeden Menschen, der leidet und stirbt, ob an Corona oder Krebs, ob alt, lebenssatt oder in der Blüte seiner Jahre, ob auf der Flucht oder im Krieg.
Am Karfreitag darf geweint werden:
Voll Trauer darüber, dass die Welt ohne Gott ist und zugleich voll Sehnsucht und Ahnung und Glauben, dass er doch genau da ist, wo Menschen weinen und klagen.

Wer am Karfreitag weint, weint um die Welt und auch um sich selbst, denn es ist nicht so, wie es sein sollte, wie es nach Gottes Willen sein sollte.

Agios o Theos, agios ischiros,
agios athanatos, eleison imas.
Heiliger grosser Gott, heiliger starker Gott,
heiliger unsterblicher Gott, erbarm dich über uns. (RG 234)

 


Wochenpsalm

Psalm 22 (Ausgewählte Verse)

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,
bist fern meiner Rettung, den Worten meiner Klage?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du antwortest nicht,
bei Nacht, doch ich finde keine Ruhe.
4 Du aber, Heiliger,
thronst auf den Lobgesängen Israels.
5 Auf dich vertrauten unsere Vorfahren,
sie vertrauten, und du hast sie befreit.
6 Zu dir schrien sie, und sie wurden gerettet,
auf dich vertrauten sie, und sie wurden nicht zuschanden.
7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,
der Leute Spott und verachtet vom Volk.
8 Alle, die mich sehen, verspotten mich,
verziehen den Mund und schütteln den Kopf:
9 Wälze es auf den HERRN. Der rette ihn,
er befreie ihn, er hat ja Gefallen an ihm.
12 Sei nicht fern von mir,
denn die Not ist nahe;
keiner ist da, der hilft.
16 Trocken wie eine Scherbe ist meine Kehle,
und meine Zunge klebt mir am Gaumen,
in den Staub des Todes legst du mich.  
19 Sie teilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los um mein Gewand.
20 Du aber, HERR, sei nicht fern,
meine Stärke, eile mir zu Hilfe.


   
Gott leidet mit uns
Wer kann ermessen, wie tief menschliches Leid geht? Hilflos und oftmals voller Furcht stehen wir vor menschlichem Leiden. «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Wer so schreit, fühlt sich gänzlich verloren und allein gelassen. Doch dass Gott dem tiefsten menschlichen Leid nicht ausweicht, davon berichtet der Karfreitag. Er begegnet dem Leiden auf für uns unbegreifliche Art: In Jesus begibt Gott sich selbst kompromisslos in die Nacht hinein.


Gebet

Lesungstexte für Karfreitag – Vorschlag Schweizerischer Pfarrverein

 

Jesaja 53,1-12

Markus 14,53-72

Markus 15,1-41

  


«Jesus het e lute Brüel ta und isch gstorbe.»
(Mk 15,37)
Beim Evangelisten Markus lesen wir: «Da stiess Jesus einen lauten Schrei aus und verschied.» Jesus schrie und konnte sterben. Nur im Johannesevangelium finden wir als Jesu letzte Worte den Satz: «Es ist vollbracht» (Joh 19.30). Der johanneische Jesus schreit nicht. Vielmehr: «Es ist vollbracht.» Dieser Satz wirkt am Tag der Erinnerung an Jesu Kreuzigung irgendwie tröstlich. Wir können uns an Karfreitag eben auch unmissverständlich sagen: Jesu Leiden hörte endlich auf. Oder: Jesus fiel selbst in grösster Qual nicht aus seiner Verbindung zu Gott. Der den Eindruck der Erleichterung hinterlassene Ausruf «Es ist vollbracht» vermag zu helfen, die Erinnerung an Jesu Leid auszuhalten. Denn, Erinnerung braucht Kraft. Im vis-à-vis von Passionsgeschichten, beim Sich-Erinnern an Leid, das wir bei uns nahe-stehenden und geliebten Menschen erleben mussten oder müssen und bei der Vergegenwärtigung des Leides, das wir selbst durchstehen mussten. Die Karfreitags-Geschichten verweisen auf Jesu Gottesbeziehung, auf seine Gewissheit, vollbracht zu haben, was zu seinem Lebensweg gehörte. Können wir, trotz aller Fragen, die bleiben, die Kreuzigungsgeschichten der Bibel doch irgendwie als tröstlich lesen? An Karfreitag erinnern wir uns ja eben auch daran, dass Jesu Leid ein Ende fand. 


Fürbitte

Persönliche Gebetsanliegen
Stille
Unser Vater


Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen


Segen

Gott,
segne uns mit deiner Kraft,
die aus dürrem Holz neues Grün spriessen lässt,
segne uns mit deiner Kraft,
die Steine von Gräbern rollt
und Freude ausbrechen lässt!

Dein Segen komme herab auf uns alle,
die wir uns den Tod deines Sohnes vergegenwärtigt haben
und auf die Auferstehung warten.

So segne uns der barmherzige und menschenfreundliche Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist,
jetzt und alle Tage unseres Lebens.


Bleibt behütet an Leib und Seele


 

 

Sonntag 5. April - Palmsonntag

 

 

Grusswort

Die Gnade des Herrn Jesus Christus

und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes

sei mit euch allen. (2. Kor 13,13)

 

Gebet

Gott,

Wir vermissen gerade Vieles.

Die Nähe unserer Lieben, die Umarmungen unserer Freunde.

Auf Vieles müssen wir jetzt verzichten. 

Gott,

In Deinem Namen wirken Menschen zusammen und werden zu Geschwistern.

Stifte Du in dieser schweren Zeit neue Formen der Gemeinschaft für uns.

Und schenke uns Geduld und Zuversicht.

Amen

 

Lesung

An Palmsonntag gedenken wir des Einzugs Jesu in Jerusalem.

 

In der Nähe von Betfage und Betanien, zwei Ortschaften am Ölberg, schickte er [Jesus] zwei seiner Jünger voraus mit dem Auftrag:

»Geht in das Dorf da vorne! Gleich am Ortseingang werdet ihr einen jungen Esel finden, der dort angebunden ist. Auf ihm ist noch nie jemand geritten. Bindet ihn los und bringt ihn her! Sollte euch jemand fragen, warum ihr das tut, dann sagt einfach: ›Der Herr braucht ihn.‹«

Die Jünger gingen dorthin und fanden alles so, wie Jesus es ihnen beschrieben hatte.

Als sie den Esel losbanden, fragten die Besitzer: »Warum tut ihr das?«

Sie antworteten: »Der Herr braucht ihn.«

Dann brachten sie den jungen Esel zu Jesus. Sie legten dem Tier ihre Mäntel auf den Rücken und ließen Jesus aufsteigen.

So zog er weiter, und sie breiteten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus.

Als Jesus sich schon der Stelle näherte, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinunterführt, brach die ganze Menge der Jünger in Jubel aus. Sie dankten Gott für die vielen Wunder, die sie miterlebt hatten. Laut riefen sie:

»Gepriesen sei der König, der im Auftrag des Herrn kommt! Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!«

Empört riefen da einige Pharisäer aus der Menge: »Lehrer, bring deine Jünger zum Schweigen!«

Er antwortete ihnen: »Glaubt mir: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien.«

(Lukasevangelium 19,29-40)

 

«Eine neue Gemeinschaft»

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu formieren sich zu einer sichtbaren und hörbaren Gruppe. Während Jesus vom Ölberg hinunterreitet, preisen sie ihn als König. Sie jubeln ihm zu.

Sie inszenieren sich auffällig. Deshalb wenden sich einige Pharisäer besorgt an Jesus und ermahnen ihn: »Lehrer, bring deine Jünger zum Schweigen!«

Warum stört sie der Jubel?

Ich vermute, sie spüren, wie sehr sie der Jubel der Jüngerinnen und Jünger angeht. Sie merken intuitiv, dass niemand unbeteiligt abseitsstehen kann.

Und Jesu Antwort bestätigt ihr Gefühl. Er gibt ihnen ja zur Antwort: »Glaubt mir: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien.«

Sogar die unbelebte Schöpfung ist also von dieser Gemeinschaft betroffen: Die unbelebten Steine müssten schreien, würden die Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht stellvertretend für die gesamte Schöpfung jubeln.

Der Einzug Jesu in Jerusalem stiftet Hoffnung auf eine Gemeinschaft, die alle Menschen dieser Erde, ja die ganze Schöpfung angeht. Es ist eine Gemeinschaft, die nur von Gott selbst gestiftet werden kann – nur von Gott dem Schöpfer von Himmel und Erde.

An dieser Hoffnung dürfen wir teilhaben.

 

 

Fürbitte

 

Persönliche Gebetsanliegen

 

Stille

 

Unser Vater

 

Unser Vater im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Gott segne euch,

wie ein Haus, das euch schützt,

wie ein Weg, der ins Freie führt,

wie ein Lachen, das verbindet,

wie ein Weinen, das befreit.

So segne Euch Gott.

 

 

 

 

 

Sonntag 29. März - Judica

Die Glocken läuten – Ich unterbreche, was ich gerade tu – höre auf das Läuten

 

 

Beginnen

 

Hier bin ich,

Gott, vor dir.

So wie ich bin.

Ich öffne mich deiner Nähe.

Deine Lebenskraft fliesst in mir,

mein Atem,

der mich trägt und weitet …

Lass Ruhe in mich einkehren …

Evangelisch-reformiertes Gesangbuch (RG) 164

 

 

Beten des Wochenpsalms

Ich leihe mir Worte aus dem Psalter. Danke, klage, lobe mit ihnen.

 

Psalm 43

 

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache gegen treuloses Volk, errette mich vor falschen und bösen Menschen. 2 Du bist der Gott meiner Zuflucht. Warum hast du mich verstossen? Warum muss ich trauernd umhergehen, bedrängt vom Feind?

3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen. 4 So will ich hineingehen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich mit der Leier preisen, Gott, mein Gott. 5 Was bist du so gebeugt, meine Seele, und so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn wieder preisen, ihn, meine Hilfe und meinen Gott.

 

 

Gebet

 

Mit anderen zusammen Gottesdienst zu feiern,

das vermisse ich,

Gott.

Gross ist die Sehnsucht

wieder in der Kirche zusammenzukommen,

um miteinander zu singen,

zu beten

und auf die alten und immer wieder neuen Worte der Bibel zu hören.

 

«Kommt zu mir!» hast du gesagt.

«Mit all eurer Mühsal und allem, was euch belastet.»

Es tut gut,

dir sagen zu können,

was uns ängstigt,

was uns bedrückt,

was uns Sorgen bereitet,

was uns traurig macht.

 

Es tut gut zu vertrauen,

dass du uns tragen hilfst,

was uns zu schwer wird.

 

So bitten wir,

schenk uns deinen Beistand

und lass uns in dieser schwer zu ertragenden Zeit sehen und erkennen,

wie du in unserem Leben wirkst.

Durch andere Menschen

durch ein stilles, sanftes Säuseln deiner Gegenwart.

 

Wir danken dir,

Gott,

dass du bei uns bist und uns tröstest durch deinen Heiligen Geist.

Amen

 

 

Lesungstexte für heute Sonntag – Vorschlag Schweizerischer Pfarrverein

 

1. Mose 22,1-8a

1. Korinther 1,18-25

Johannes 8,25-29

 

 

 

«Seid getrost»

 

Nicht Weltfremdheit kennzeichnet christlichen Glauben. Vielmehr zielt er darauf hin, das Leben im Vertrauen auf Gott zu gestalten. Wie hilfreich ist Glaube, wo die Angst vor einer unsichtbaren Krankheit um sich greift? Ausgerechnet in der Passionszeit erleben wir weltweit, wie Sicherheiten zerbröseln, Gewohnheiten sich in Luft auflösen, Alltägliches nicht mehr gilt, wir auf viel Liebgewonnenes verzichten müssen. In gnadenloser Härte wird uns die Zerbrechlichkeit des Lebens, auch die Zerbrechlichkeit unseres Lebens, in Bildern und Berichten vor Augen geführt. Das tut weh und verunsichert viele von uns zu tiefst.

 

In den sogenannten Abschiedsreden des Johannesevangeliums spricht Jesus den Satz:

«In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.»

(Joh 16.33)

 

Jesus negiert die Angst nicht. Er weiss darum und verlangt in keiner Art und Weise, auf die Angst zu verzichten. Sie ist Teil unseres Menschseins und kann nicht einfach weggebetet werden. Aber er mutet uns zu, in aller Angst bei Trost zu bleiben, nüchtern und besonnen das Nötige zu tun. Dabei auf Gottes Nähe und seinen Beistand zu vertrauen.

 

 

Fürbitte

 

Persönliche Gebetsanliegen

 

Stille

 

Unser Vater

Unser Vater im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

 

Segen (RG 331)

 

Geht in der Kraft, die euch gegeben ist:

einfach, leichtfüssig, zart.

Haltet Ausschau nach der Liebe.

Gottes Geist geleite euch.

 

 

 

 

 

Sonntag 22. März - Laetare

"Die Nacht, in der das Fürchten wohnt,
hat auch die Sterne und den Mond."

Mascha Kaléko

 

 

Gebet

Guter Gott, der du die Herzen von uns Menschen kennst, öffne mich für dein Licht.
Dass ich sehe, was du zeigst.
Dass ich höre, was du sagst.

Hilf mir, dranzubleiben und die Geduld zu bewahren, wenn dieses Öffnen langsam geschieht und mir deine Güte und dein Heilen erst nach und nach klar werden.
In deinem Licht will ich leben und meinen Weg gehen heute und alle Tage.

Amen

 

 

 

Heutige Lesungstexte

Die von der "schweizerischen Perikopenordnung" für den heutigen Sonntag vorgeschlagenen Lesungstexte sind die folgenden (vgl. Pfarrverein der Schweiz):

 

1. Mose 15, 1 - 6 oder 1. Mose 17, 1 - 8
Römer 4, 16 - 25
Johannes 8, 39 - 43.56 - 58

 

 

 

Wort zum Sonntag eines Pfarrkollegen

Pfr. Daniel Sutter, Grafenried, zum Thema Anfang in der Berner Zeitung: "In der Corona-Krise werden wir zu Anfängerinnen und Anfängern"

 

 

 

Segen

Gott, schärfe unseren Blick für das, was nicht offensichtlich ist.
Öffne unser Ohr für die Worte, die nur in der Stille hörbar werden.

Mache unser Herz bereit für den Segen, den du uns schenken willst.

Amen

 

 

 

 


Vision Kirche 21 - Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn