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Worte für jeden Tag in der Karwoche

 

Hier findet sich für jeden Tag der Karwoche der Hinweis auf einen kurzen Lesungstext aus der Passionsgeschichte. Wir lassen uns ein auf den Leidensweg Jesu und nehmen daraus gute Worte und Gedanken mit für unseren Weg, der momentan vielleicht auch ganz anders verläuft als geplant und erhofft.

 

 

 

 

Ostermontag, 13. April

"Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete, als er uns die Schriften aufschloss?"

Lukasevangelium 24,32

 

 

Gebet

Wir beten das tägliche Gebet von Niklaus von Flüe (Bruder Klaus) aus dem 15. Jahrhundert:

 

"Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.


Mein Herr und mein Gott,
gibt alles mir,
was mich führet zu dir.


Mein Herr und mein Gott,
o nimm mich mir
und gib mir ganz zu Eigen dir.

Amen"

 

 

Lesungen

1. Korinther 15,1-11

Ein Bericht des Apostels Paulus über das Ostergeschehen, wie es ihm überliefert wurde und wie er es weitergegeben hat.

 

Lukas 24,13-35

Eine schöne Geschichte über die Begegnung des Auferstandenen mit zwei von seinen Jüngern. Sie erkennen ihn in dem Moment, als er mit ihnen das Brot bricht. Damit begleiten uns die Geschichten von der Gemeinschaft, vom gemeinsamen Essen durch die Karwoche bis hin zum Ostermontag.

 


Kurzer Impuls

Das Herz der Jünger hat schon verstanden bevor ihr Verstand begriffen hat: sie begegnen dem Auferstandenen. Es ist die Erfahrung der Gegenwart, das Erleben des Bekannten, das sie zur Erkenntnis führt. Dabei ist das Wort nicht einfach wertlos, sondern es führt das Herz auf den rechten Weg.

 

Gerhard Lohfink schreibt über die Ostererscheinungen:

"Es gibt in den Ostererscheinungen... und in den Erfahrungen vieler Christen etwas Gemeinsames, das sich stets von Neuem wiederholen kann: die Erfahrung, dass man plötzlich vor dem Gott Jesu Christi steht und ihm nicht mehr ausweichen kann; die Erfahrung, dass einem das Herz brennt; die Erfahrung einer Freude, die so tief ist, dass alle anderen Freuden dieser Welt verblassen; die Erfahrung tiefen Friedens und letzter Gewissheit. All diese Erfahrungen können sehr verschieden sein. Sie können uns überwältigen, sie können sich aber auch so leise im Herzen melden, dass wir sie übersehen. In irgendeiner Form jedoch kann jeder Christ sie machen."

 

Mögen also auch wir neue Erfahrungen in der Begegnung mit dem Auferstandenen sammeln. Mögen wir dabei offen sein für alle Sinne und Empfindungen.

 

 

Gebet

Gott, oft kreisen wir um uns selbst, sorgen uns um deine Kirche und haben Angst, dass diese zusammenbricht. Lass uns nie vergessen, dass unsere wichtigste Aufgabe ist: das Brot zu brechen - also Weggefährten der Leidenden, Hungernden, Verzweifelten und der Trauernden zu sein. Lass uns dabei erfahren, dass du immer mitten unter uns bist, wenn wir mit Menschen unterwegs sind, wenn wir ihre Freude und Hoffnung teilen, ihre Sorgen und Ängste verstehen und ein offenes Ohr haben für ihre Trauer. Schenk du, dass wir darauf vertrauen, dass du für deine Kirche sorgst und dass wir unsere Kraft einsetzen für das gemeinsame Brotbrechen. Wir bitten dich, dass du uns in deinem Wort begegneset und wir daraus neue Kraft und neue Hoffnung schöpfen können.

Amen

 

 

Segen

Gott, segne uns, dass dein Wort der feste Grund unseres Lebens bleibt.
Segne uns, dass wir auf diesem Grund mit deinem Wort unser Leben bauen.
Segne uns, dassdass der Glaube an dein Wort uns in jeder Not leitet.
Segne uns, dass dein Wort uns rettet und zu unserem Ziel führt.

Amen

 

 

 

 

 

 

 

Ostersonntag, 12. April - Vom Dunkel ins Licht!

Vom Dunkel ins Licht! - Eine kurze Liturgie zur persönlichen Frühfeier

„Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.“

Johannes 12,46

 

Wir hoffen auf Gott – Licht im Dunkeln
Wir vertrauen auf Jesus Christus – Licht auf unserem Weg
Wir bitten um den Heiligen Geist – Kraft in unserem Leben


[Wer mag, zündet eine Kerze an, als kleines Licht in der Dunkelheit]

 

Lesungen

 

Genesis 1 - die erste Lesung führt an den Anfang der Welt, so wie auch diese Nacht einen neuen Anfang bringt

 

Lied RG 705 - Im Dunkel unserer Nacht

 

Jesaja 55,1-11 - die zweite Lesung führt uns zu Gott, der seine Menschen liebt

 

Lied RG 705 - Im Dunkel unserer Nacht

 

 

Gebet

Du, Gott, verwandelst das Dunkel unserer Nacht zum Licht.

Entzünde du in uns dein Feuer, das nie mehr erlischt.

Möge dises Feuer das Dunkel unserer Nacht vertreiben.

Dein Licht möge uns helfen, die Wahrheit zu erkennen und nach deiner Wahrheit zu leben.

Amen

 

Lied RG 704 Meine Hoffnung und meine Freude

 

 

Osterevangelium

Matthäus 28,1-10 - in der Frühe des Morgens tauchen wir ein in das Osterevangelium

 

Lied RG 477 Der Herr ist auferstanden

 

 

Ostergruss

"Der Herr ist auferstanden" - "Er ist wahrhaftig auferstanden"

 

[warum nicht nach der persönlichen Feier diesen Ostergruss an Freunde schicken?]

 

 

Gebet

Gott, deine Auferstehung übersteigt unseren Verstand.
Mit ihm können wir das Geschehene nicht begreifen.
Öffne du unsere Sinne und lass uns erkennen,
wo du uns auf unseren Wegen begegnest und rufst,
mit dir Wege ins Leben zu gehen.

 

 

Persönliche Anliegen

Stille

 

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

Lied 334 Dona nobis pacem

 

 

Segen

Gott, du Freund des Lebens, segne uns heute mit dem Frieden des Auferstandenen.

Segne unsere Welt mit einer Hoffnung, in der Raum ist für deine Wunder.

Segne unser Leben mit dem Geist, der unser Herz österlich erneuert.

Amen

 

 

 

Karsamstag, 11. April 2020

"Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn zusammen mit den wohlriechenden Salben in Leinenbinden ein, wie es bei einem jüdischen Begräbnis Sitte ist. Es war aber an dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war."

Johannes 19,40f

 

 

Gebet

Wir beten zum Anfang mit Worten von Reinhold Niebuhr (vgl. RG 844):

"Gott, schenke mir Gelassenheit,
das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann,
Mut, das zu ändern, was ich ändern kann,
und Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden."

Amen

 

 

Lesungen

Jesaja 38,10-14.17-20

Die alttestamentliche Lesung zeichnet den Weg des Todes bis hin zur erhofften Rettung. Den Weg vom Tod zum Leben wie wir ihn in der Karwoche auch gehen. Der Karsamstag ist der Tag danach, der Tag nach dem schrecklichen Tod am Kreuz und der Grablegung. Für die Juden war Sabbat, ein Ruhetag. Und so ist es auch für uns Christen ein Tag der Ruhe, ein Tag des Dazwischens. Für die Jüngerinnen und Jünger von Jesus war dieser Ruhetag wohl mit verschiedenen Gefühlen verbunden... Schock, Trauer, Fassungslosigkeit und Totenstille. So wie es für uns ist, wenn wir einen lieben Menschen verlieren: die Zeit scheint still zu stehen.

 

Matthäus 27,57-66

Die neutestamentliche Lesung nimmt die Ereignisse am Abend des Karftreitages (am Abend des Rüsttages in der Sprache der Evangelisten) auf und erzählt die Geschichte weiter.

 

 

Kurzer Impuls

Für die ersten Jüngerinnen und Jünger war es ein schwieriger Tag. Jesus ist tot und liegt im Grab. So sind wohl auch viele Hoffnungen und Träume mit Jesus gestorben. Die Hoffnung, dass sein Reich das Reich der Römer ersetzen würde, dass er als Messias nicht sterben muss und vor allem nicht wie ein Verbrecher am Kreuz. Der Traum, dass mit Jesus alles anders werden würde. Die Jüngerinnen und Jünger haben sich zurückgezogen, sie schweigen. jüdische Die Elite will derweil sicher gehen, dass es so bleibt und sie suchen die Hilfe des römischen Prokurators Pilatus. Und so wie Pilatus bei der Verurteilung die Hände in Unschuld gewaschen hat, so lässt er sie auch jetzt gewähren: "Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt!" (Mt 27,65).

Von den Jüngerinnen und Jüngern erfahren wir nichts. Sie sind mit ihrer Trauer, mit ihrem Schock und ihrer Enttäuschung beschäftigt. Sie müssen zuerst verstehen und einordnen, was passiert ist. Das braucht Zeit. So wie auch wir Zeit brauchen, wenn Träume zerplatzen oder Hoffnungen enttäuscht werden oder wenn wir trauern und Trost brauchen.

Wenn wir nicht so die Karwoche feiern können, nicht so Ostern feiern wie wir es gewohnt sind. Wenn vieles, was uns viel bedeutet, einfach wegfällt. Darin liegt auch eine Chance, doch die erschliesst sich nicht sofort, sondern es braucht Zeit. Und diese Zeit können wir uns am Karsamstag nehmen. Zeit, um zu trauern und loszulassen.

 

 

Fürbittegebet

In aller Ruhe und Stille bringen wir unsere Anliegen vor Gott - und wir hören auf das, was Gott uns heute sagen will.

Mögen die Worte von Madeleine Delbrêl uns dabei helfen:

"Einfach nur den Mund zu halten, ist noch kein Schweigen. Schweigen heisst, auf Gott zu lauschen, heisst alles auszuschalten, was uns daran hindert, auf Gott zu lauschen, Gott zu hören."

 

Stille

 

Wir bitten dich, guter Gott, für alle Menschen, die keinen Sinn mehr sehen in ihrem Leben.
Wir bitten dich für alle Menschen, die unter Terror und Unrecht leiden müssen.
Und wir bitten dich für alle, die trotz der Krisensituation Ostern erwarten und feiern wollen.

Stärke du, lebendiger Gott, unseren Glauben, wenn wir auf das Kreuz schauen.

Stärke du unsere Hoffnung, wenn wir auf die Gräber von unseren Lieben schauen.

Und stärke du unsere Liebe, Gott, wenn wir sie unseren Nächsten weitergeben.

Amen

 

 

Segen

Gott, segne und behüte uns.

Gott, lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen

 

 

 

 

 

Karfreitag, 10. April

"In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld
Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den rechten Weg."

Dietrich Bonhoeffer

 

Alles Weitere: Wort zum Sonntag zur persönlichen Feier des heutigen Karfreitages

 

 

 

Gründonnerstag, 9. April

"Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Wenn nun ich als Herr und Meister euch die Füsse gewaschen habe, dann seid auch ihr verpflichtet, einander die Füsse zu waschen."

Johannesevangelium 13,12b und 14

 

 

Psalmgebet (nach Psalm 63)

"Gott, du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Ich will dich rühmen mein Leben lang,
in deinem Namen die Hände erheben.
Ich denke an dich auf nächtlichem Lager
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
Ja, du wurdest meine Hilfe;
jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir,
deine rechte Hand hält mich fest.

Amen"

 

 

Lesungen

Exodus 12,1-8.11-14

Die alttestamentliche Lesung führt uns an den Beginn des Passahfestes (hebr. Pessach), das heute in den jüdischen Gemeinden beginnt und zu den höchsten jüdischen Feiertagen gehört. Das Pessachfest erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und der Name Pessach heisst so viel wie "vorüberschreiten" oder "verschonen". Dies erinnert an die Verschonung der Israeliten während der Engel des Todes alle ägyptischen männlichen Erstgeborenen tötete. Die Lesung zeigt uns damit einen Gott, mit dem wir uns heute schwertun. Einem strafenden und rächenden Gott und zugleich einem parteiischen Gott, der sein Volk rettet. Damit sind wir beim Bild eines befreienden, freimachenden Gottes. Und das ist etwas, was wir auch in der heutigen Zeit brauchen. Einen Gott, der uns freisetzt, befreit aus Zwängen und Gebundenheit und der für uns Partei ergreift.

 

1. Korinther 11,23-26

Die erste neutestamentliche Lesung führt zum ältesten Bericht über das letzte Abendmahl von Jesus, denn der erste Brief an die Gemeinde in Korinth wurde vor den Evangelien geschrieben. Der Bericht gibt das wieder, was sich die ersten Christen weitergegeben haben und wie sie das gemeinsame Mahl in Erinnerung an Jesus gefeiert haben: "Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt." (V.26). In Erinnerung an dieses letzte gemeinsame Essen mit seinen Freunden, wo die Gemeinschaft und nicht Verrat oder Schuld an erster Stelle stand. Das Abendmahl als ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung.

Und wer weiss, vielleicht mögen wir am Abend zum Läuten der Kirchenglocken in Erinnerung an unsere weltweite christliche Gemeinschaft nicht nur eine Kerze entzünden, sondern auch einen Schluck Wein oder Traubensaft nehmen und einen Bissen Brot essen.

 

Johannes 13,1-15

Die zweite neutestamentliche Lesung nimmt ebenso das letzte Mahl von Jesus und seinen Jüngern auf. Es ist die dritte Mahlgeschichte, die uns dieser Woche begleitet. Doch diesmal steht nicht das gemeinsame Essen im Zentrum, sondern die Geschichte bringt einen weiteren wichtigen Aspekt ein: die Fusswaschung als ein Zeichen der liebevollen und dienenden Zuneigung.

 

 

Impuls

Für uns Reformierte ist die Geschichte der Fusswaschung wohl genau so fremd wie die Situation für die Freunde von Jesus fremd und befremdend war. Stellvertretend für alle reagiert der engagierte Petrus impulsiv und will die Fusswaschung gar verhindern, denn er findet es unsinnig, dass Jesus vor ihm niederkniet und Sklavenarbeit tut. Als Jesus ihm erklärt: "Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir" ist Petrus voll und ganz dabei ("dann wasche mir nicht nur die Füsse, sondern auch Hände und Kopf" - ganz so begeisterungsfähig und spontan wie Petrus eben ist. Dem anderen die Füsse zu waschen ist ein Zeichen der Ehrfurcht und des Respekts gegenüber dem anderen. Wenn ich mich hinunterbeuge, dann muss ich mich nicht um jeden Preis machtvoll zeigen oder ich muss nicht recht behalten wollen. Unsere heutigen Füsse sind gut eingepackt in Socken und Schuhen, doch zur Zeit von Jesus hatten die Menschen Sandalen und so waren die Füsse staubig von der Naturstrasse. Jesus beugt sich zu seinen Freunden hinunter und begegnet ihnen dort, wo sich äusserlich am meisten Schmutz gesammelt hat. Er macht sich selbst zum Diener und lässt sich nicht beirren von Dreck und Schmutz.
Wir dürfen vor Gott so sein wie wir sind - und wir sind eingeladen diese liebevolle Haltung auch anderen zu zeigen. Wir sollen uns beirren lassen von Schmutz und Dreck, sondern dem Gegenüber die Würde und den Respekt zeigen, den es verdient. Wie können wir das heute tun?

 

 

Gebet und Segen

"Wachet und betet" so hat Jesus seine Freunde im Garten Gethsemane aufgefordert und so sind auch wir aufgefordert zu bleiben und zu beten - und die Stille und die Dunkelheit auszuhalten.

 

Stille

Persönliche Gebetsanliegen

 

Du, unser Gott, segne unser Wachen und Beten.
Wir wollen in der Nähe von Jesus bleiben und mit ihm den Weg gehen,
der durch Leiden und Tod hindurch in dein Leben führt.
Dein Wille geschehe in unserer Welt und in jedem Menschenleben.
Lass uns deine heilsame und wohltuende Nähe erfahren und erleben,
heute und alle Tage unseres Lebens!

Amen

 

 

 

 

Mittwoch, 8. April

"Ich sprach: HERR, sei mir gnädig, heile mich, denn ich habe gegen dich gesündigt."

Psalm 41,5

 

 

Gebet

Guter Gott, wir kommen heute vor dich.
So wie wir sind.
Mit all unseren Stärken und Schwächen, mit all unseren Schatten- und Sonnenseiten.
Mit all unseren Fehlern, die wir lieber nicht hätten.
Du siehst uns so wie wir sind - ungeschminkt und ungeschönt.

Schenk du uns deine Nähe, sei uns gnädig und heile uns.
Gib uns festen Halt in dir.

Amen

 

 

Lesungen

Jesaja 50,4-9a

Die alttestamentliche Lesung führt uns mitten in das Leiden und lässt uns bereits an Karfreitag denken. Der Prophet erträgt das Leiden im Vertrauen auf Gott. Keiner kann ihm die Würde nehmen, denn Gott ist auf seiner Seite - auch wenn das vielleicht nicht so aussieht. Auf keinen Fall wird der Prophet darauf verzichten, die "Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort". Können wir diese Haltung heute mit in unseren Tag nehmen und unsere Mitmenschen aufmuntern und ermutigen?

 

Matthäus 26,14-25

Die neutestamentliche Lesung führt uns zum letzten Mahl von Jesus mit seinen Freunden - heute aus der Sicht des Evangelisten Matthäus. Er lenkt den Blick auf die Figur von Judas und das schwierige Thema des Verrats. Judas ist bereit, seinen Freund für Geld zu verkaufen. Aber ist das die ganze Geschichte?

 

 

Kurzer Impuls

Wir kennen die Geschichte vom Verräter Judas und es ist schnell geurteilt, denn wie so oft ist auch schmutziges Geld im Spiel. Der Evangelist Matthäus lenkt den Blick darauf, dass der Weg des Menschensohnes zum Tod führt und dazu gehört auch der Verrat durch Judas. Dafür findet Matthäus klare Worte: "Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre." Das sind unglaublich harte Worte und sie nehmen vorweg, dass Judas später mit der Schuld seines Verrates nicht leben kann. Als Judas mitbekam, dass Jesus verurteilt wurde, bereute er und wollte das Geld zurückgeben. Er wollte nichts mehr mit dem schmutzigen Geschäft zu tun haben. Doch der jüdischen Elite war das egal, sie hatten ihr Ziel ja erreicht. Sie liessen Judas mit seinen Gewissensbissen und Schuldgefühlen allein. Und Judas konnte mit den Folgen seiner Tat nicht mehr weiterleben (vgl. die Fortsetzung der Geschichte beim Evangelisten Matthäus: Mt 27,3-10).

Judas ist also nicht einfach der skrupellose Verräter, sondern er bereut zutiefst. Die Verurteilung von Jesus und der Tod am Kreuz war nicht das, was er wollte. Die Gedanken und Absichten von Judas bleiben für uns im Dunkeln - und er selbst konnte die Dunkelheit seiner Schuld nicht ertragen. Er sieht keinen anderen Ausweg als den eigenen Tod. Er kann sich selbst nicht verzeihen und rechnet auch nicht mit der Vergebung durch Gott. Da fühlen wir mit Judas, der jegliche Hoffnung und jeglichen Glauben verliert. Bleibt zu hoffen, dass wir selbst nie an Gottes Barmherzigkeit verzweifeln. Mögen wir in Momenten des Verrats wie Petrus weinen und die Vergebung durch Gott in Anspruch nehmen. Mögen wir wie der Psalmbeter hoffen und glauben, dass Gott uns Schuld vergibt und unsere Seele wieder heil werden lässt. Mögen wir darauf vertrauen, dass uns die Wahrheit frei macht (vgl. Joh 8,32).

 

 

Gebet

Gott, komm uns entgegen und nimm das von uns, was uns belastet und uns von dir trennt.
Denn deine Gnade und Barmherzigkeit ist grösser als wir es erfassen können.
In diesem Sinne beten wir die Worte, die Jesus seinen Freundinnen und Freunden gelehrt hat:

 

Unser Vater im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Segen

Gott, segne uns mit der Treue, die uns bei dir hält.
Segne uns mit der Festigkeit, die nicht bricht.
Segne uns mit der Hoffnung, die jeden Abgrund überwindet.
Segne uns mit deiner Liebe, die uns zu dir zurückführt.
Amen

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 7. April

"Zum Licht für die Nationen werde ich dich machen, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht."
Jesaja 49,6b

 

Gebet

Lebendiger Gott, wir sind vor dir.
Du kennst unsere Gedanken, Hoffnungen, Sorgen und Nöte.
Schenk uns dein Licht, das ermutigt, befreit und klärt.
Gib du uns offene Ohren und Augen für dein Wirken, für dein Wort. 

Amen

 

 

Lesungen

Jesaja 49,1-6

Die alttestamentliche Lesung führt uns zum Propheten Jesaja, der von Gott berufen wurde und der nun sein Leid klagt. Er hat das Gefühl, vergeblich gewirkt zu haben. Doch er vertraut Gott und bekommt den neuen Auftrag zum Licht der Völker zu werden. Alle sollen erfahren von den guten Worten, die der Prophet zu sagen hat. Das Versprechen an Jesaja gilt auch uns heute, denn jeder Mensch hat eine Berufung. Jede und jeder ist gewollt und nicht sinnlos hier auf Erden. Wir sollen und dürfen Licht sein füreinander. Dies ist besonders in der gegenwärtigen Zeit eine grosse Ermutigung - und ein Auftrag. Wie bringen wir das Licht zu den anderen?

 

Johannes 13,21-33.36-38

Die neutestamentliche Lesung führt uns weiter auf dem Weg der Passionszeit. Es ist der Bericht über das letzte gemeinsame Essen von Jesus mit seinen Freunden. Dabei wird das schwierige Thema des Verrats angesprochen.

 

 

Kurzer Impuls

Judas ist es also, der Jesus verraten wird. Judas ist es, der sich nicht am Licht, sondern an der Dunkelheit orientiert. Wir kennen das Ende der Geschichte und so werden wir von einem Judas nicht mehr erwarten.

Aber was ist mit Petrus? Bei ihm findet sich beides: einerseits ist er sofort bereit, für Jesus sein Leben zu geben und andererseits schreckt er zurück, weil er Angst hat. Petrus ist von seiner Persönlichkeit her nicht einfach der starke Fels ("Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen" Zuspruch an Petrus vor seinem Verrat. Vgl. Mt 16,18), sondern er wird in den Evangelien zwar als sehr begeisterungsfähig, dann aber auch als zweifelnd  und schwankend beschrieben. Petrus steht für alle, die Zweifel kennen, die nicht immer am Wort vom Licht feshalten können. Petrus ist das Sinnbild für die Höhen und Tiefen in der Nachfolge - ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit grossem Enthusiasmus, aber auch mit Zweifeln und Rückziehern. Das Bild von Petrus ist eine Ermutigung, denn trotz dem Verrat ist er geblieben und es wurde ihm verziehen (vgl. Joh 21). Trotz des Verrats wurde er später einer der wichtigen und standhaften Zeugen.

 

 

Fürbittegebet

Guter Gott, wir danken dir, dass du uns Grosses zutraust. Dass wir Licht füreinander, ja Licht für die Völker sein dürfen. Dass wir die frohe Botschaft, deine gute Nachricht weitertragen dürfen.

Wir bitten dich, dass du für uns der gute Hirte bist, wenn wir fallen oder dich verraten. Wir bitten dich, dass wir erleben dürfen, dass du uns nicht als Verlorene, sondern als Gefundene siehst. Danke, dass du unser Potenzial siehst und die Hoffnung nicht aufgibst.

Wir bitten dich für alle, die verzweifelt sind, keinen Ausweg sehen oder sich grosse Sorgen machen. Schenk du deinen Frieden und dein Licht ins Dunkel.

Amen

 

 

Segen

Gott, sei du unsere Kraft in all unserem Tun.
Sei du unser Lohn für all unsere Mühen.
Sei du der Segen für alles, was wir hoffen und tun.

Amen

 

 

 

 

 

Montag, 6. April

"9 Wache auf, meine Seele. Wacht auf, Harfe und Leier, ich will das Morgenrot wecken. 10 Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, will dir singen unter den Nationen. 11 Denn gross bis zum Himmel ist deine Güte, und bis an die Wolken reicht deine Treue."   
(Psalm 57,9-11)

 

Gebet

Lebendiger Gott, wir beginnen diesen neuen Tag, der vor uns liegt, in deinem Namen.

Schenk du uns auch heute morgen ein neues Lied und mach du unsere Herzen bereit.

Stärke du uns mit dem Glauben, dass du wirkst - auch dann, wenn wir uns schwach fühlen oder in Not sind.

Lass uns erfahren und erleben, dass du mit uns bist und bleibst - verbunden durch deinen Geist.

Amen

 

 

Lesungen

Jesaja 42,1-7

Die alttestamentliche Lesung verweist auf das Lied vom Gottesknecht. Einer, der Leiden auf sich nimmt - aber auch einer, der Gefangene befreit und Blinden die Augen öffnet. Für die ersten Christen war klar, dass die Beschreibung vom Gottesknecht auf Jesus Christus verweist. Sie erkannten ihn als Messias, als Gesalbten des Herrn.

 

Joh12,1-11

Die neutestamentliche Lesung nimmt eine eindrückliche Begegnung aus dem Leben von Jesus auf. Eine Begegnung, die als Zeichen von Zuneigung, ja von Liebe gedeutet wird. Und dies weckt natürlich ganz verschiedene Fantasien. War dies ein Hinweis darauf, dass da eben doch mehr war zwischen dieser Frau und Jesus?

 

 

Kurzer Impuls

Ob da wirklich mehr war? Wir wissen es nicht. Was wir erfahren aus dieser Geschichte ist ein Ausdruck von grosser Verehrung. Die Gemeinschaft und das gemeinsame Mahl schafft eine vertraute Atmosphäre und für Maria war es wichtig, diesem besonderen Moment einen besonderen Duft zu geben. Sie nimmt das kostbare Öl und salbt Jesus die Füsse. Sie erweist ihm zu seinen Lebzeiten die Ehre und zeigt ihm, was er ihr bedeutet und wie wichtig er ihr ist. Das provoziert - und ein Jünger stellt die ökonomische Frage, ob man dieses Öl nicht besser hätte einsetzen können. Bestimmt, doch Maria folgt ihrem Herzen - und ehrt die Lebenden und nicht die Toten.

Jesus deutet die Situation auf seinen Tod hin und nimmt den Kritikern den Wind aus den Segeln: "Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch."

Das provoziert, doch es trifft den Kern: es ist in gewisser Weise die Ermutigung die Feste zu feiern wie sie fallen und die gemeinsame Zeit zu nützen, die wir haben. Nicht einfach achtlos aneinander vorbeigehen, sondern einander zeigen, was uns das Gegenüber bedeutet.

In Zeiten wie der heutigen, wo wir uns nicht einfach umarmen oder einen warmen Händedruck geben können, da ist unsere Fantasie gefragt, wie wir anderen den Duft des Lebens nahebringen.

 

 

Fürbitten

Persönliche Anliegen

Stille

 

Guter Gott, du schenkst uns das Leben in Fülle.
Wir bitten dich, dass wir deine Güte in unserem Leben erkennen können.
Hilf du uns, dass wir die Güte und Grossherzigkeit von anderen sehen und sie wertschätzen können.

Wir bitten dich, dass wir die Not von anderen nicht übersehen, sondern selbst grosszügig sind.

Hilf du uns, dass wir für einander da sind, gerade auch in Zeiten, wo Abstand das neue Liebesgebot ist.

 

Unser Vater im Himmel...

Amen.

 

 

Segen

Gott, komm uns entgegen mit dem Duft des Lebens, der uns zu dir zieht.

Überschütte uns mit der Fülle deiner Liebe, die uns neu macht.
Salbe uns mit deinem Geist, der uns mit deinem Segen erfüllt.

Amen

 

 

 

 

 

 

Palmsonntag, 5. April

"Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe! " (Mt 21,9)

 

Heutige Lesung:

Mt 21,1-11

 

 

Alles Weitere: Wort zum Sonntag zur persönlichen Feier des heutigen Palmsonntages

 

 

 

 

 


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